Parallelreden zu Erich Kästner „Ansprache zu Schulbeginn“ – Projekt Deutschunterricht 5C
Zu Beginn des Schuljahres hat sich die 5C intensiv mit dem Text von Erich Kästner „Ansprache zu Schulbeginn“ auseinandergesetzt. Nach eingehender Analyse und Besprechung des Textes mussten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen selbst eine Rede für die 1.Klassen des BG8 verfassen. Diese (wirklich gut gelungenen) Reden wurden von den Autor*innen persönlich Ende September in den ersten Klassen vorgetragen. Die Reden kamen beim Zielpublikum wirklich gut an.
Anbei kann man sich selbst von der Qualität und Kreativität dieser Reden überzeugen.
– Prof. Kristina Schwarz
Liebe 1. Klässler/innen!
Jetzt sitzt ihr hier alle verwirrt da und schaut uns mit großen Augen an. Vor paar Monaten wart ihr noch die Größten und Schlauesten und mit einem Schlag seid ihr die Kleinsten und seid wahrscheinlich beängstigt. Neue Gesichter. Neue Lehrpersonen. Neues Schulgebäude. Es fühlt sich so an, als wärt ihr Zwerge im Riesenland. Aber auch Zwerge wachsen wie Blumen im Garten.
Es wird Menschen geben, die dich wie Unkraut sehen werden, doch für andere wirst du ein Blumenstrauß sein. Also macht euch keinen Stress, wenn ihr am Anfang noch keine Freunde habt. Macht euch keinen Stress, wenn mal nicht alles nach eurem Plan läuft. Auch wenn sich der Weg manchmal zu lang anfühlt, ist er eigentlich gar nicht so lang. Daher solltet ihr euch die Zeit gut einteilen, damit ihr genug Zeit für Schule, Freunde, Familie und Freizeit findet.
Auch wenn die Lehrer groß wirken, sind sie nur Menschen wie ihr, deshalb solltet ihr sie respektieren, aber keine Angst vor ihnen haben. Respekt und Toleranz wird euer Schulleben begleiten. Dies betrifft alle Menschen im Schulhaus. Dabei solltet ihr auch auf euch selbst achten, weil ihr die wichtigste Person in eurem Leben seid. Also verbringt genug Zeit mit euch selbst und euren Interessen.
Vergesst aber nicht, warum ihr auf einem Gymnasium seid. Daher vernachlässigt nicht das Lernen. Arbeitet mit, hört zu und lernt oft genug. Fragen kostet auch nichts, deswegen tut dies so oft wie möglich. Die Lehrer sind dafür da euch zu helfen. Nicht nur im Unterricht, sondern auch bei euren anderen Problemen.
Ihr werdet bestimmt Fehler machen, was natürlich unvermeidlich ist. Doch Fehler sind dafür da, um aus ihnen zu lernen. Also schämt euch nicht dafür.
Wir wünschen euch viel Ehrgeiz, denn den werdet ihr immer brauchen. Doch das Wichtigste daran ist, dass ihr versucht aus den kleinsten Dingen etwas Gutes zu machen. Viel Freude und Erfolg am BG8!
– Agnes und Rita
Rede für Erstklässler
Liebe Schülerinnen und Schüler,
jetzt geht’s los mit dem Ernst des Lebens und im Gymnasium ist einiges ziemlich anders als in der Volksschule. Ihr habt mehr Verantwortung und seid auf euch allein gestellt. Aber merkt euch, ihr dürft nie die guten Dinge im Leben vergessen. Denn die motivieren und helfen euch, stärker zu werden.
Auch wenn ihr nicht immer gute Noten schreiben werdet, geht das Leben weiter und bessere Zeiten werden kommen. Und auch wenn es scheint, dass Schule einen sehr großen Teil eures Lebens einnimmt, habt ihr immer noch genug private Zeit. Zeit, die ihr mit euren Freunden nützen könnt, um schöne Erinnerungen zu sammeln. Und denkt immer daran: Ihr seid nur einmal Kind!
Damit die Zeit in der Schule angenehm wird, solltet ihr ein paar Tipps und Tricks von uns Erfahrenen befolgen. Und auch gleich etwas Wichtiges ganz als erstes: Lernt immer von Anfang an mit, so ist es viel leichter für Schularbeiten und Tests zu lernen. Ihr solltet die Lehrer unbedingt kennenlernen und euch direkt am Anfang bei ihnen beliebt machen, glaubt uns, dann ist euer Leben leichter. Außerdem wollen verschiedene Lehrer verschiedene Dinge. Den einen sind Stundenwiederholungen wichtiger, den anderen Test und den anderen wiederrum Mitarbeit. Wenn ihr die Lehrer kennt und wisst was wem wichtig ist, ist das schon die halbe Note. Dann kommt nur noch das Lernen.
Und vergesst dabei eines nicht: Ihr seid nicht allein. Eure Mitschülerinnen und Mitschüler sitzen im gleichen Boot. Wenn ihr euch gegenseitig helft, voneinander lernt und euch unterstützt, macht das nicht nur vieles einfacher – es macht auch mehr Spaß. Zusammenhalt ist oft der Schlüssel, um schwierige Phasen gut zu überstehen.
Die Schulzeit ist ein Abenteuer – und ihr seid mittendrin. Nehmt es mit Humor, auch wenn manchmal vieles anstrengend wirkt. Am Ende werdet ihr zurückschauen und merken, dass diese Jahre voll spannender Momente und besonderer Erinnerungen waren. Viel Spaß und Glück euch noch!
– Alexander, Benjamin und Fabian
Liebe Erstklässler/innen,
jetzt ist es so weit. Ihr seid einen Schritt näher am Erwachsen sein. Einen Schritt näher eure Kindheit hinter euch zu lassen. Einen Schritt näher euer Leben selbst in die Hand zu nehmen. Einen Schritt näher – Jedoch dürft ihr niemals vergessen euer inneres Kind zu behüten und zu beschützen, lasst es euch nicht von der Schule nehmen. Ihr seid mehr als eure schulischen Leistungen. Gebt euer Bestes und das ist genug. Seid ihr nicht so schnell wie die Anderen – findet euer eigenes Tempo. Schreibt ihr eine negative Note – lernt das nächste Mal mehr. Wurdet ihr ausgelacht – ignoriert es. Egal wie furchtbar eine Situation ist, macht das Beste aus ihr und egal wie schlimm es sich im Moment anfühlt, es geht vorbei. Ihr werdet immer eine Lösung finden, ihr müsst nur nach ihr suchen. Findet ihr keine Lösung zu eurer Rechnung, dann wird die Welt auch nicht untergehen, denn Noten sind auch nur Ziffern, sie bestimmen nicht über die Person, die ihr seid. Wenn ihr euch die nächsten 8 Jahre nur auf schulische Leistungen konzentriert, was bleibt euch dann von eurem eigentlichen Leben übrig? Seid nicht zu fleißig lebt euer Leben, schafft Erinnerungen, genießt das Leben, solange es geht und lasst euch von niemandem sagen, wie ihr es zu leben oder nicht zu leben habt, weder von Angst noch von anderen Personen. Ihr und nur ihr alleine dürft über euch und euer Leben bestimmen. Nicht eure Eltern, nicht eure Freunde/innen und schon gar nicht eure Lehrer, denn diese sind auch nur Menschen, die versuchen euch durch diesen Lebensabschnitt zu führen. Sie sind keine Allwissenden, keine Magier. Sie begleiten euch, gehen müsst ihr aber selber. Tretet ihnen mit Respekt gegenüber und nehmt Rücksicht auf sie wie auf alle anderen, zum Beispiel auf Klassenkameraden. Stellt die, die nicht so gut in einem Fach sind, nicht bloß, ihr wisst nicht, durch was sie gerade durchmüssen. Vielleicht ertrinken sie gerade in einem Ozean und versuchen an Land zu schwimmen, und ihr habt kein Recht die zu verurteilen, denn am Ende des Tages macht euch dies kein Stück besser. Ihr werdet euch in eurem Leben viele Ziele setzen und wenn ihr hartnäckig um eurem Traum kämpft, euch anstrengt und niemals aufgebt, könnt ihr alles schaffen!
– Alma, Elena und Sophia
Liebe Erstklässler!
Ihr seid alle so unterschiedlich und doch so gleich, so viele verschiedene Persönlichkeiten und so viele verschiedene Gesichter, doch eine Sache habt ihr alle gemeinsam…ihr startet in einer neuen Schule. Startet in einer neuen Klasse mit neuen Lehrern und neuen Mitschülern. Veränderungen mögen vielleicht manche von euch nicht und ihr vermisst eure alte Klasse oder euren besten Freund und der Anfang wird auch schwer, doch ihr werdet das schaffen und irgendwann einmal werdet ihr euch hier in diesem Klassenraum genau so wohl fühlen wie in eurem alten. Doch das braucht Zeit und damit der Umstieg so schnell und reibungslos wie möglich verläuft, haben wir ein paar Tipps für euch vorbereitet. Seid freundlich zu allen. Diesen Satz habt ihr sicherlich schon hunderte von Male gehört, doch vergesst nicht: Wie man in den Wald ruft, kommt es auch wieder heraus. Also seid nett zu denen, die alleine sind, zu denen die „uncool“ sind und zum Schluss: Zu denen, die dafür sorgen, dass ihr ein Dach über den Kopf habt, und denen die euch trösten und euch in ihre Arme nehmen. Damit sind natürlich eure Eltern gemeint, denn auch wenn es manchmal schwer zu verstehen ist, sie wollen immer nur das Beste für euch. Obwohl wir euch sagen, dass ihr die Schule nicht zu ernst nehmen sollt, empfehlen wir euch trotzdem eure Hausübungen zeitgerecht zu machen, denn diese bereiten euch wirklich gut vor. Es wäre auch sinnvoll wenigstens ab und zu gut zuzuhören. Die Welt wird aber auch nicht untergehen, wenn ihr eure Sachen einmal nicht dabei habt oder am letzten Drücker gemacht habt. Gemacht ist gemacht.
Genießt eure begrenzte Zeit. Wenn ihr älter seid, wird die Schulzeit nur mehr eine unvergessliche Erinnerung sein, also macht sie zu einer guten. Verbringt viel Zeit mit euren Freunden und Familie, lasst euch nicht vom Schulstress unterkriegen und legt Pausen vom Lernen ein. Noten bekommt ihr viele, doch eure mentale Gesundheit bekommt ihr nur eine, also passt gut darauf auf!
Liebe Erstklässlerinnen, Liebe Erstklässler, wir wünschen euch noch schöne Gymnasiums Jahre und merkt euch:
Noten sind nicht alles!
– Greta und Rosi
Liebe Kinder,
Ihr seid nun Teil des allgemein höheren bildenden Schulsystems.
Dies mag zwar kompliziert klingen, aber an den neuen Schulalltag werdet ihr euch allmählich gewöhnen. Die nächsten acht Jahre werden von Lachen, Weinen und diversen Erfahrungen geprägt sein.
Eure Vorstellungen sind wahr geworden, eure Träume haben sich vielleicht verwirklicht.
Der ,,noch so weit entfernte erste Schultag“, der Wechsel von der Volkschule ins Gymnasium liegt plötzlich hinter euch, nicht mehr in der Zukunft.
Viele euresgleichen sind diesen Weg bereits gegangen. Trotz Stolpern, trotz Stürzen haben sie das Ziel ihrer schulischen Laufbahn erreicht. Denn auch Versagen trägt zum Lernen bei. Verwendet Fehler als Bausteine, um über euch selbst hinauszuwachsen!
Ihr werdet am Ende eurer Schulzeit feststellen, dass sich nicht nur euer Wissen, sondern auch ihr als Person, positiv weiterentwickelt habt. Das heißt jedoch nicht, dass ihr euch komplett verändern sollt, sondern eure Stärken und Interessen ausbaut und eure Schwächen und Ängste bekämpft.
Lasst euch nicht durch Leistungsdruck eure Einstellung gegenüber dem Leben ändern. Noten sind nur natürliche Zahlen. Auch wenn Schularbeiten und Tests manch eine Schülerin oder einen Schüler belasten, wird es auch Zeiten geben, in denen sich das zu Erledigende in Grenzen hält, statt euch über den Kopf zu wachsen. Mehr als euch anzustrengen, könnt ihr nicht tun. Lernt mit Maß und überarbeitet euch nicht! Denn mit einem Nervenzusammenbruch helfen euch die besten Noten nicht.
Scheut euch nicht davor, Hilfsangebote wie Nachhilfe anzunehmen und im Unterricht Fragen zu stellen. Es mag euch zwar peinlich vorkommen, einzugestehen, dass ihr etwas nicht wisst, aber ihr werdet es wohl kaum verstehen, ohne nachzufragen und ihr seid nicht allein!
Da ihr wahrscheinlich die kommenden acht Jahre miteinander verbringen müsst, ist Zusammenhalt neben Lernen und Respekt wichtig. Ihr werdet ebenso bemerken, dass die Freude am Schulbesuch durch ein positives Umfeld gesteigert wird. Ihr seid noch unbeschriebene Bücher und euch steht das ganze Leben bevor, um euer Buch bis auf die letzte Seite zu füllen. In euren Augen sind wir vielleicht die Großen, die Älteren, doch hoffentlich nicht die Alten! Glaubt uns, die Zeit vergeht wie nichts.
Die nächsten Jahre werden einige der besten eures Lebens sein. Wir hoffen für euch auf lustige, abwechslungsreiche Jahre, auf gute Freunde und jemanden, der immer da ist, solltet ihr fallen.
– Lena und Nora
Liebe Kinder!
Am Fuße eines gewaltigen Berges steht ihr nun, der mit seiner überwältigenden Höhe unendlich scheinen mag, dennoch auch den Anfang einer langen Reise markiert, die vor euch liegt. Das Ziel im Kopf, den Gipfel irgendwann zu erreichen, werdet ihr von einer Lawine an Fragen verschlungen. Ihr wollt der Situation ausweichen, ihr den Rücken zukehren und es nicht zulassen. Und doch holt sie euch ein, mit ihrer Vielzahl an Neuigkeiten. Was erwartet mich? Werde ich Freunde finden? Welche Lehrer? Ich sehe mich in vielen von euch wieder. Wie auf einem anderen Planeten kommt ihr euch vor. Eine andere Welt. Alles ist neu. Natürlich. Aber wir sind nicht hier, um euch einzuschüchtern, Zweifel und Angst zu verbreiten. Befremdlich mag sich diese neue Umgebung nun dennoch für viele von euch anfühlen, auch wenn es nicht für immer so bleiben wird. Ihr werdet euch schnell gewöhnen, oder werdet dies schon getan haben.
Was wir euch allerdings zu Beginn bereits mitgeben wollen und vielleicht für euch schwer nachzuvollziehen ist: Genießt die Zeit! Genießt es, Kind zu sein! Unternehmt etwas mit Freunden! Die Zeit, wo Schule das meiste eurer Freizeit einnimmt, werdet ihr nur vermissen, je mehr ihr euch der achten Klasse, dem Gipfel, nähert.
Versucht also Schule nicht zu eurem Leben zu machen, sondern knüpft soziale Kontakte. Freunde, die euch respektieren, euch liebevoll behandeln, euch nicht ausnützen. Freunde, vor denen ihr nicht den Drang verspürt, euer echtes Ich zu verstecken und euch verstellen zu müssen. Sucht euch wahre Freunde, die euch genauso mögen, wie IHR seid. Und wenn sie das nicht tun, dann sind sie nicht die Richtigen. Dann haltet Abstand. Dann braucht ihr sie nicht und sie euch nicht. Jemand, der euch nicht beurteilt, sondern Anerkennung schenkt und euch bedingungslos mag, ist viel mehr wert als tausend falsche Freunde.
Auf dem Weg bis zum Gipfel werdet ihr dennoch Erfahrungen mit solchen Leuten machen. Menschen, die sich für etwas Besseres halten, keine Empathie zeigen. Menschen, die mit allen Mitteln versuchen, euch in die Ecke zu drängen und euch klein zu machen. Menschen, die behaupten, sie könnten mit ihrer Art für immer vorankommen und dadurch Vorteile für sich gewinnen. Helft und beschützt von Mobbing betroffene Personen, anstatt wegzuschauen und seid nicht der Grund dafür, dass andere Leute sich unwohl, unerwünscht und fehl am Platz fühlen müssen! Sie werden es euch danken! Vielleicht lasst ihr euch diesen Satz auch nochmal durch den Kopf gehen, bevor ihr eure Gedanken laut aussprecht und jemanden mit Worten verletzt.
Letztlich möchten wir euch daran erinnern, selbst an euren Tiefpunkten, in den Momenten, wo alles schief läuft, nicht aufzugeben. Sei es eine schlechte Note, ein Streit mit euren Freunden, eine schlechte Tat: all das macht euch nicht als Person aus und hat keine Aussagekraft über eure Zukunft. Denn ihr könnt euch ändern und ihr könnt euch bessern.
Mit diesen Worten wünschen wir euch ein schönes/schöne weitere Schuljahr/e hier am BG8 und viel Spaß.
– Samuel, Severin und Carl


